Auf ins Grüne! 

Der Frühling ist da! Eine Reise in Planung? Warum nicht mal aufs Land fahren!? Trendy wäre es. 

Florenz, Rom, Amsterdam oder Marrakesch sind Städte, in denen die Zahl der Touristen oft die der Einwohner übertrifft. An den Stränden von El Arenal auf Mallorca, an der Amalfiküste in Italien oder auf Phuket in Thailand liegt man zumindest in der Hauptsaison wie die Sardine in der Dose. „Overtourism“ ist das neudeutsche Wort für Regionen, die durch ihre Sehenswürdigkeiten – seien sie kultureller oder landschaftlicher Art – Reisende in Massen anziehen. So viele, dass nicht selten die ursprüngliche Schönheit vor lauter Menschen kaum noch zu erkennen ist. Selfies vor überlaufenen Sehenswürdigkeiten zeugen davon. Warteschlangen verschlingen kostbare Urlaubszeit. Manchem Hotspot wird seine eigene Schönheit zur Gefahr, und über ihrer Anziehungskraft geraten andere attraktive Gegenden aus dem Blickfeld. Doch das scheint sich zu ändern. Urlaub auf dem Bauernhof und ganz allgemein sogenannte „Naturreisen“ in ländliche Regionen sind zunehmend gefragt. Immer mehr Familien – und gerade auch junge Menschen – entscheiden sich bewusst für Reiseziele abseits urbaner Zentren und touristischer Hotspots.      

Thermalbad Wiesenbad, Erzgebirge Thermal bath Wiesenbad, Ore Mountains

                                                                                         

Die ITB, die weltweit größte Fachmesse der Reisebranche in Berlin, ging in diesem März eine Partnerschaft mit Airbnb ein, das diesen Trend deutlich registriert. Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl der Übernachtungen in ländlichen Unterkünften auf Airbnb um 88 Prozent. Gerade dort, wo es nur wenige Hotels oder Pensionen gibt, ermöglichen private Unterkünfte ein anderes Urlaubsgefühl – oftmals authentischer und auch erschwinglicher. Ländliche Gemeinden profitieren wirtschaftlich von dieser Entwicklung. Ohne Frage müssen sie jedoch auch darauf achten, nicht selbst in die Tourismusfalle zu geraten. Naturerlebnis und Naturschutz müssen zusammengedacht und die soziale Balance vor Ort gewahrt werden. Im besten Fall werden Hotspots entlastet und die Qualität bislang weniger beachteter Regionen entdeckt. Sicher ist: Es zeigt sich ein neues Reiseverständnis – eines, das im Fachwerkhaus durchaus eine Alternative zum Boutique-Hotel sieht und das Lauschen von Vogelstimmen auch einmal der Strandparty vorzieht.