zeitgeist Kolumne: Friendsmas

Weihnachtszeit ist traditionell Familienzeit. Den Begriff Familie muss man aber nicht zu eng sehen.

 

Isabella Rossellini mit Familie auf dem Laufsteg von Dolce & Gabbana

Über den Laufsteg von Dolce & Gabbana lief im Herbst Isabella Rossellini, mit Tochter, Sohn, Schwiegersohn und EnkeI. Eine moderne Familie. Fast zu schön, um wahr zu sein.Die eher konservativen Modemacher zelebrieren mit ihren Schauen seit einigen Saisons ein „We Are Family-Gefühl“ und treffen einen Nerv der Zeit. Zu ihrer Fashion Familie gehören Dicke und Dünne, Alte und Junge, viele davon auch Freunde des Designerduos. Damit, dass sich Familie nicht mehr so einfach als Vater, Mutter, Kind buchstabieren lässt, können eben inzwischen auch traditionellere Geister ganz gut leben. Das Familienleben wird bunter, die Unterschiede zwischen den Generationen verwischen. Patchwork-Familien leben – nicht nur zur Weihnachtszeit – eine neues, vielfältiges Bild von Familie. Und bei immer mehr Single-Haushalten ist es kein Wunder, dass sich das Ritual für den heiligen Abend, der Familienbegriff an sich, sich verändert. Auch Wahlverwandtschaften werden wichtiger. Der neudeutsche Begriff „Friendsmas“ drückt nun ein, nicht nur in den USA verbreitetes Bedürfnis aus, Weihnachten mit Freunden zu verbringen. Gemeint ist bislang allerdings ein gemütliches Beisammensein mit Spekulatius und Glühwein rund um den Adventskranz. Es ist es eher die Vorweihnachtszeit, die mit Freunden verbracht wird. Unterm Weihnachtsbaum trifft sich dann doch wieder nur die eigene wohlbekannte Sippschaft. Zu erwähnen, dass der mehrtägige Besuch von Onkel Hans durchaus auch mal Spannungen verursacht, ist kein Sakrileg. Vielleicht Zeit den Friendsmas-Gedanken auch auf die heiligen Tage auszudehnen!? Wie wäre es, die eigene Familie mit der der besten Freunde zu vereinigen? Vielleicht knistert es beim Fest der Liebe, dann nicht nur beim Geschenke auspacken. Tante Sabine und Großcousin Hajo, wer hätte das gedacht!?… Nicht ohne Grund heißt es Familienbande. Gerade Weihnachten bietet sich dafür an, sie zu knüpfen – über die eigene Kleinfamilie hinaus.