Der Beitrag Beach Beauty erschien zuerst auf feireiss..
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Lydia Maurer ist mit ihrer Kollektion Phylyda natürlich nicht die einzige, die Bademode etwa auch groß denkt, sich fragt, was für Bedürfnisse besonders kurvige Frauen haben oder auch die Generation jenseits der 60. Selbstverständlich ist das allerdings noch lange nicht, ohne Frage aber zukunftsweisend. Wer sich vielleicht für die sommerliche Auszeit im November auf die Suche nach dem neuen Badelook macht, kann sich auf jeden Fall über Auswahl nicht beklagen. Die Mode kennt keine Saisons mehr. Ob Einteiler oder Bikini, Rüschen oder Sportcuts, es gibt nichts, was es nicht gibt. Asymmetrische Schnitte, also Ein-Schulter-Bikini-Oberteile, sind gerade besonders trendy und auch Badeanzüge mit Cut-Outs, durch deren Ausschnitte Haut gezeigt wird. Ein anderer großer Trend ist, wenn Oberteil und Unterteil verschiedene Designs zeigen. „Mismatching“ heißt das neudeutsch. Gelungenes Mismatching bedeutet aber doch, dass das, was wie zufällig zusammen angezogen aussieht, irgendwie harmoniert. Das Streifenoberteil und die gepunktete Hose, sollten schon farblich abgestimmt sein. Fest steht, dass superknappe Tangas, die auf dem Laufsteg vorgeführt werden, wenig zu tun haben mit dem alltäglichen Stranderlebnis. Wer hat schon eine Modelfigur, und die wenigsten Frauen möchten wie eine Baywatch-Nixe am Strand posieren. Die meisten wollen einfach gut aussehen, die Sonne spüren, ohne sich dabei nackt zu fühlen. Shorts, die Po und Oberschenkel gut bedecken, sind deshalb bei vielen Kundinnen beliebt, genauso wie schon seit längerem wieder Badeanzüge. Auch Baderöcke mit kleinen Volants, die über Po und Hüfte fallen, erfüllen das Bedürfnis nach Bedecktheit, ohne Erinnerungen an einen Burkini zu erwecken. Viele moderne Badeanzüge halten die Figur dank straffender Materialien im wahrsten Sinne des Worte in Form, Push ups geben Halt, raffinierte Schnitte, Falten und Volants kaschieren Problemzonen. Auch Tankinis werden immer beliebter. Sie sind der Kompromiss zwischen Bikini und Badeanzug. Diese Zweiteiler haben Oberteile wie richtige Tops, oft auch ausgearbeitete Bustiers und sind in der Regel sogar geeignet, noch den Sundowner an der Bar zu nehmen. Farblich ist wirklich alles möglich. Schwarz geht genauso so wie Weiß oder bunt geblümt, gestreift oder gepunktet.

Nachhaltige Bademode ©OEKO-TEX
Auch die Badehosen für Männer sind farbenfroh und vor allen Dingen eher lang als kurz. Enge, kleine Höschen mögen noch Ibiza-Platzhirsche tragen, die coolen Kerle zeigen sich am Strand in Surfer-Shorts, mindestens in Shorts. Die Auswahl ist für den modisch interessierten Mann also deutlich kleiner, aber damit natürlich auch einfacher. Und, wie gesagt, Shorts schmeicheln der männlichen Figur mit Hang zum Bauchansatz. Die Sixpack-Männer können sich sowieso sehen lassen, wie sie wollen. Karos sind gerade besonders trendy. Wenn Mann sich also nach einer neuen Badeshorts umsieht und unentschieden ist: Karierte Hosen sollten seine Wahl sein. Es gibt aber noch ganz andere, nicht sichtbare Aspekte, die in der Mode immer mehr an Bedeutung gewinnen. Nachhaltigkeit und faire Produktionsbedingungen werden Kundinnen und Kunden immer wichtiger. Sie wollen Kleidung, die sie mit gutem Gewissen tragen können. Darauf reagieren auch die Hersteller von Bademode. H&M und Konzerntochter Weekday, zum Beispiel, bieten Swimwear, die aus recyceltem Polyamid oder recyceltem Polyester hergestellt ist. Ganz klar, die bestimmenden Trends finden sich auch hier wieder: etwa Cut-Outs oder vorteilhafte Raffungen. Auch technische Ausrüstungen von Stoffen sind ein Thema, das die Mode verändert wie nie zuvor. Für die Bademode bedeutet das, neue Badeanzüge bieten UV-Schutz und sind gegenüber Chlor und Sonnencreme gänzlich unempfindlich. Die Sportmarke Volcom hat das zum Beispiel im Angebot und spendet einen Teil der Erlöse an das Projekt 0, einer globalen Organisation, die sich gegen die Verunreinigung der Weltmeere einsetzt. Markenbotschafterin ist neben anderen Georgia May Jagger. Die Jagger-Tochter ist Model, Zahnlücke und die Hasenzähne sind ihr Markenzeichen. Stichwort Diversity. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Gott sei Dank, dass es nicht nur einen Trend gibt, sondern ein manchmal sogar verwirrend vielfältiges Angebot, das dafür aber jedem etwas bietet. Am Strand und anderswo geht es immer um das Selbstbewusstsein, sich selbst schön zu finden, so wie man ist, und das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Wir können und müssen selbständig entscheiden, was wir schön finden. Für uns. Und das ist gut so. Wahl bedeutet Freiheit. Wer möchte noch eine Modediktatur, die bestimmt, wie hoch ein Badeanzug ausgeschnitten sein soll oder wie lang oder kurz der Rock sein darf – egal, wie lang die Beine sind. „Nutze Deine Fehler, dann wirst Du ein Star sein“, hat schon Edith Piaf gesagt. Da ist etwas dran. Es geht darum, auch in individuellen Makeln die Schönheit zu entdecken. Sogar in der engen Umkleidekabine.
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